Innenstadt: Der Handlungsbedarf ist groß

Die Innenstädte sind die Herzen unserer Städte. Sie müssen pulsieren, tun sie aber derzeit nicht. Die Passanten-Frequenz lässt seit Monaten zu wünschen übrig und bleibt zweistellig hinter dem Vorjahr zurück. Das kostet den stationären Fachhandel mit Mode, Schuhen und Accessoires, also die Leitbranchen der Innenstadt, Umsatz und Rendite. Und hinterlässt hässliche Spuren. Nicht nur in den Bilanzen, sondern auch in vielen Einkaufsstraßen. Schon vor Corona hatten die lnnenstädte ihre Probleme. Besonders in vielen Klein- und Mittelstädten sprangen die wachsenden Leerstände ins Auge. Durch Corona gewinnt diese Entwicklung jedoch noch an Dynamik. Der Handlungsbedarf ist groß!

Viele Fachhändler haben ihre Hausaufgaben gemacht, in Digitalisierung investiert, in der Zeit des Shutdowns die Kontakte zu den Kunden gehalten und intensiviert, neue Wege der digitalen Kundenansprache und des Verkaufs gefunden und genutzt. Und nach wie vor wird vieles ausgetestet und optimiert. Aber die Unternehmen stossen derzeit an ihre Grenzen. Denn sie können ihr wirtschaftliches Umfeld nicht alleine beackern. Sie sind auf die Unterstützung weiterer städtischer Akteure angewiesen

Höchste Zeit also, dass sich die Rahmenbedingungen in den Citys wieder verbessern. Höchste Zeit, dass die Kommunen aufwachen und dem innerstädtischen Handel nicht noch mehr bürokratische Steine in den Weg legen, sondern anfangen, ihn massiv zu unterstützen.

 

Viele Modehäuser stellen sich daher gerade jetzt Fragen wie diese:

Wann verstehen die Städte und Gemeinden endlich, 

  • dass der stationäre Handel ausreichend Frequenz, Umsatz und Ertrag benötigt, damit er in der Lage ist, Steuern und Abgaben an die Kommune zu entrichten?
  • dass dazu der innerstädtische Einzelhandel auch mit dem Individualverkehr gut erreichbar sein muss und zu belebten Fußgängerzonen auch ausreichend Parkflächen gehören?
  • dass überhöhte Parkgebühren die Kunden vom Besuch der Innenstadt abhalten, die doch ein Ort der Begegnung und der Kommunikation bleiben soll?
  • dass eine hohe Zentralität auch immer mit einer leistungsfähigen und bunten Handelslandschaft in der Innenstadt verbunden ist?
  • dass der Modehandel ein attraktives Umfeld benötigt, das die Menschen in die Städte lockt und sie zum Einkaufsbummel animiert?
  • Wann beginnen die Kommunen proaktiv zu handeln und nicht erst zu reagieren, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist?
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